Laut mehreren Quellen fand im Dezember 2019 in Dallas eine private Partie statt, die Filmszenen ähnelte. Tobey Maguire, bekannt als Spider-Man-Darsteller und gefürchteter Pokerhai aus dem Film „Molly’s Game“, besiegte den Milliardär Andy Beal und gewann unglaubliche 15,6$ Millionen.
Von dieser Summe war ein direkter Schuldbetrag von 7,8$ Millionen an Maguire zu zahlen, während der Rest auf Nebenwetten mit anderen Teilnehmern entfiel. Das Problem entstand jedoch, als es zur Abrechnung kommen sollte. Beal, bekannt für sein sagenhaftes Vermögen, versuchte angeblich, die Zahlung zu vermeiden.
Ungewöhnliche Begleichung von Rechtsdienstleistungen
Berichten zufolge schlug Beal zunächst eine Begleichung der Schulden vor, die deutlich geringer war als sein tatsächlicher Schuldbetrag. Der Schauspieler lehnte jedoch ab und beauftragte Tom Goldstein, einen in Pokerkreisen bekannten Anwalt, um die Schulden einzutreiben.
Dieser Schachzug war erfolgreich und Maguire erhielt sein Geld, doch die Details zur Bezahlung der Rechtsgebühren sind mehr als kurios:
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Maguire zahlte Goldstein 500.000$ für die Hilfe.
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Diese Summe sandte er jedoch nicht direkt an den Anwalt, sondern auf Anweisung von Goldstein an den Immobilienmagnaten Bob Safai.
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Der Grund war, dass Goldstein selbst 14$ Millionen aus Pokerspielen an Safai schuldete und so einen Teil seiner Schulden begleichen wollte.
Vor Gericht erklärte Maguire, solche „dreiseitigen Transaktionen“ seien in der Pokerwelt nichts Ungewöhnliches und oft ohne jegliche Dokumentation üblich.

Andrew Beal ist in der Poker-Community durch das Buch „The Professor, the Banker, and the Suicide King“ bekannt, das seine Duelle gegen ein Elite-Team von Poker-Profis namens „The Corporation“ dokumentiert. Zu diesem Team gehörten Namen wie Phil Ivey, Doyle Brunson und Barry Greenstein. Obwohl Beal nach einer großen Niederlage erklärte, mit Poker aufzuhören, zeigt der aktuelle Prozess, dass er in privaten Spielen weiterhin aktiv ist.
Auf der anderen Seite bewahrte sich Tobey Maguire seinen Ruf als unerschrockener Spieler. Obwohl er im Film Molly’s Game als kaltherziger und launenhafter „Player X“ dargestellt wurde, bewies Maguire, dass er seine Gewinne auch auf legalem Wege einfordern kann.
Juristisches Nachspiel
Während Maguire im Prozess nur als Belastungszeuge agierte, sieht es für Tom Goldstein schlechter aus. Er steht unter dem Verdacht des Steuerbetrugs, der Fälschung von Steuererklärungen und Bankbetrug. Die Staatsanwälte behaupten, dass Goldstein Pokerzahlungen nutzte, um Steuern zu umgehen und sein tatsächliches Einkommen zu verschleiern.

Diese Geschichte zeigt, dass im High-Stakes-Poker die Grenze zwischen Spiel, Geschäft und Gesetz manchmal gefährlich verschwimmen kann. Für Fans des Spiels bietet sie jedoch einen faszinierenden Einblick in die Hintergründe privater Partien, bei denen Millionen oft nur auf Basis mündlicher Absprachen zwischen Prominenten und Milliardären verschoben werden.
Quellen: Columbia Pictures, Medium, Wikipedia