Diese Diskussion ist nicht neu, aber sie wird gerade wieder hitziger geführt. Immer wieder beschäftigen sich Finanzgerichte mit Pokerspielern, die über Jahre hinweg kräftig abgeräumt haben. Dabei geht es weniger um Glückstreffer, als um Strukturen: Wie häufig wird gespielt? Wie systematisch wird vorgegangen? Und wie planbar sind die Einnahmen überhaupt?
Für Profispieler steht damit mehr auf dem Spiel als die nächste Hand - es geht um die steuerliche Einordnung ihrer Tätigkeit insgesamt.
Zwischen Spieltisch, Online-Plattform und Steuerakte
Von außen sieht Poker spielerisch aus. Chips, Blinds, Reads, das richtige All-in zur rechten Zeit. Doch wer auf größeren Turnierserien unterwegs ist oder online konstant Gewinne einfährt, der bewegt sich längst in einem professionellen Umfeld. Und genau an dieser Stelle gesellt sich dann das geltende Steuerrecht an den Tisch.
Die Finanzgerichte haben in den letzten Jahren immer wieder klargestellt, dass Poker unter bestimmten Voraussetzungen als gewerbliche Tätigkeit zu werten ist. Ausschlaggebend sind hier Kriterien wie Nachhaltigkeit, Gewinnerzielungsabsicht, Organisation und die Frage, ob nicht doch langfristig das Geschicklichkeitsspiel im Vordergrund steht.
Gerade im Online-Bereich ergibt sich eine zusätzliche Dimension. Denn hier bewegt man sich nicht nur zwischen Turnieren, sondern auch zwischen Plattformen, Bonusmodellen oder Promotionen. Auf Informationsportalen, wird beispielsweise eingeordnet, was ein Euro Casino No Deposit Bonus ist und was genau ihn ausmacht. Nutzer haben somit die Option, sich fundiert über Boni und Nutzungsbedingungen zu informieren. Für den professionellen Spieler stellt sich in solchen Konstellationen aber nicht nur die strategische Frage, sondern auch die steuerliche: Müssen solche Vorteile als Betriebseinnahmen erfasst werden? Gehören sie ins gewerbliche Gesamtbild?
Die Rechtsprechung neigt allerdings zunehmend dazu, jegliche geldwerten Vorteile im Zusammenhang mit einer gewerblich betriebenen Pokertätigkeit zu berücksichtigen. Wer also tatsächlich professionell spielt, muss umso gewissenhafter Buch führen.
Wann besteht eine Gewerblichkeit im Einzelfall?
Die Gerichte unterscheiden nun differenzierter als früher. Es kommt weniger auf die pauschale Einstufung von Poker als Glücksspiel oder Geschicklichkeitsspiel an, sondern vielmehr auf die konkrete Ausgestaltung der Tätigkeit.
In mehreren Entscheidungen hat der Bundesfinanzhof in der Vergangenheit herausgestellt, dass eine gewerbliche Tätigkeit dann vorliegen kann, wenn das Spiel planmäßig, nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird.
Wer als Turnierspieler regelmäßig internationale Turniere besucht, Sponsorings in Anspruch nimmt, Trainingsaufwand und eine systematische Teilnahmeorganisation zur Voraussetzung seines Spiels macht, dem nähert sich aus steuerlicher Sicht ein unternehmerisches Modell an.
Entscheidend ist das Gesamtbild. Einzelne Turniergewinne machen noch keinen Gewerbebetrieb. Eine systematische, nachhaltig angelegte Teilnahme an hochdotierten Veranstaltungen kann jedoch anders behandelt werden.
Für die betroffenen Spieler kann dann Folgendes gelten:
- Einkommensteuer auf Turniergewinne
- mögliche Gewerbesteuerpflicht
- gleichzeitig Abzugsfähigkeit der betrieblichen Ausgaben
Das kann sowohl steuerliche Belastung als auch Gestaltungsspielraum bedeuten.

Online-Poker und die gesetzliche Dokumentationspflicht
Während Live-Turniere klar dokumentierte Preisgelder bieten, sieht es im Online-Poker oft komplizierter aus. Rakeback-Modelle, Boni, Cashback-Systeme und Turnierserien bei verschiedenen Anbietern erzeugen eine Vielzahl von Einzeltransaktionen.
Die Finanzgerichte stellen zunehmend darauf ab, ob überhaupt diese Einnahmen im wirtschaftlichen Zusammenhang mit einer professionellen Tätigkeit stehen. Ist das der Fall, so zählen sie in der Regel zum steuerpflichtigen Gewinn.
Der Staat nahm im Jahr 2023 rund 2,48 Milliarden Euro an Glücksspielsteuern ein. Offizielle Angaben des Statistischen Bundesamts belegen gegenüber dem Jahr 2013 einen Anstieg von über 50 %. Glücksspiel ist damit ein relevanter Bestandteil staatlicher Einnahmen.
Für die Profis bedeutet das: lückenlose Dokumentation. Kontoauszüge, Plattformberichte, Umrechnungen bei Fremdwährungen. Vor allem bei international tätigen Spielern können zusätzliche Fragen entstehen, wenn etwa Zahlungen ins Ausland oder Wallet-Systeme zur Zahlung kommen.
Wohnsitz und internationale Turnierserien - was gilt es zu beachten, wenn man viel reist?
Professionelle Pokerspieler sind vielfach in Bewegung. Turniere in Barcelona, Rozvadov oder Las Vegas gehören für viele zum Standardspieltag.
Steuerlich maßgebend bleibt jedoch der Wohnsitz. Wer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist, muss grundsätzlich sein weltweites Einkommen versteuern, egal wo das Turnier stattfinden mag.
Immer wieder haben in den letzten Jahren einzelne Spieler versucht, ihren Wohnsitz ins Ausland zu verlagern. Die Finanzgerichte prüfen in diesen Fällen sehr genau, ob tatsächlich eine dauerhafte Wohnsitzverlagerung gegeben ist oder ob weiterhin eine enge wirtschaftliche und persönliche Bindung an Deutschland besteht.
Maßgebend sind hier:
- tatsächliche Wohnverhältnisse
- familiäre Bindungen
- Dauer und Struktur des Auslandsaufenthalts
Scheinverlagerungen halten gerichtlicher Überprüfung in der Regel nicht stand.
Mehr Klarheit - aber auch mehr Verantwortung
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Poker juristisch ernster genommen wird als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Die Gerichte erkennen an, dass langfristiger Erfolg im Turnierpoker regelmäßig nicht allein auf Zufall beruht. Gleichzeitig wird deutlich, dass Professionalität steuerliche Konsequenzen hat.
Für die Branche bedeutet das eine stärkere Formalisierung. Wer Poker als Beruf betreibt, bewegt sich faktisch im unternehmerischen Raum. Das bringt Pflichten mit sich - von der Buchführung bis zur Steuererklärung.
Für ambitionierte Teilzeitspieler wird die Abgrenzung schwieriger. Wiederholte hohe Gewinne können dazu führen, dass die Finanzverwaltung genauer hinsieht. Die Einordnung hängt vom Einzelfall ab, nicht von einer Selbstbezeichnung.
Am Ende bleibt Poker ein Spiel aus Risikoabwägung und Wahrscheinlichkeiten. Doch außerhalb des Tisches gelten andere Regeln. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss nicht nur Bankroll-Management beherrschen, sondern auch steuerliche Strukturen verstehen.
Die aktuellen Entwicklungen der Finanzgerichte verändern nicht die Dynamik am Tisch. Sie verändern jedoch den Rahmen, in dem professionelles Poker stattfindet. Und dieser Rahmen wird klarer - aber auch verbindlicher.