Den ersten Teil des Interviews findest du hier:
Du hast bereits erwähnt, dass du mit vielen prominenten Namen zusammengearbeitet hast, die eher aus anderen Bereichen bekannt sind. Fällt dir gerade eine Anekdote ein?
„Nehmen wir Boris Becker. Als ich ihn vor langer Zeit in Dortmund fotografierte, geschah etwas Interessantes. Deutsche Journalisten, inklusive Bild, wurden eingeladen, um die ersten fünf Minuten des Turniers Boris Becker zu fotografieren. Zufällig saß neben ihm jemand, der genauso aussah wie Boris Becker. Also stürmten alle Journalisten auf seinen Nachbarn, und als der echte Boris Becker auftauchte, waren sie total verblüfft.“
Gab es auch jemanden mit Starallüren, über den du sprechen kannst?
„Starallüren... Als ich Neymar in Monaco fotografierte, hatte er Sicherheitsleute dabei, die verhinderten, dass ihn jemand mit dem Handy fotografiert. Jeder wollte ein Selfie mit ihm. Aber ob das wirklich Starallüren sind, weiß ich nicht. Eigentlich benahmen sich alle normal.“
Und was ist mit den Pokerprofis, mit denen du gearbeitet hast? Zum Beispiel Negreanu, Ivey, Hellmuth...
„Negreanu kannte ich aus dem Pokerstars-Team. Daniel ist super, ich mag ihn, er ist gesprächig. Wenn wir uns treffen, grüßen wir uns freundlich. Ich schätze auch ElkY (Bertrand Grospellier) sehr. Ein guter Typ, wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Es gibt viele Spieler, die völlig in Ordnung sind. Ich mag Orpen (Kisacikoglu), Greenwood. Ich schätze Stev O‘Dwyer. Das sind Spieler, auf die ich zählen kann. Eine der schwierigsten Aufgaben für mich war während Covid beim High Roller in Prag bei der EPT. Ich musste alle bitten, ihre Masken zu tragen. Ich denke, wenn das jemand anderes gemacht hätte, wäre es nicht so reibungslos gelaufen. Spieler respektierten es, weil sie wussten, dass ich es für einen guten Zweck tue.“


Denkst du, dass manche Spieler das von jemand anderem nicht akzeptiert hätten?
„Bestimmt nicht. Es geht um Vertrauen, und wenn man sich über die Jahre eine Beziehung mit den Spielern aufbaut, dann bemüht man sich, sie nicht zu enttäuschen. Und sie wissen, dass ich sie nicht enttäusche, und umgekehrt.“
Wie siehst du die Poker-Community heute, wohin geht es? Diese Skandale und sowas?
„Skandale und ähnliche Dinge gab es immer und wird es immer geben. Skandale sind Werbung für einen Spieler, sei es positiv oder negativ. Nehmen wir Bryn Kenney. Bryn ist ein toller Typ, den kenne ich persönlich. Dieses Jahr habe ich mit ihm auf den Bahamas gesprochen. Ich möchte mich nicht zu den Vorwürfen äußern, aber ich denke, auch negative Werbung ist für ihn Werbung. Auf mich hat er immer einen guten Eindruck gemacht. Andere Skandale, wie die um Miki (Martin Kabrhel)... Ihn kenne ich, er würde so etwas nie tun. Seine einzige Fehlentscheidung war, dass er teilweise vom Tisch aufstand. Ansonsten hält er sich an alle Regeln. Oft habe ich den Eindruck, dass Spieler sich gegenseitig nicht mögen und versuchen, sich zu rächen. Das gefällt mir nicht, weil jeder das Recht hat zu spielen, und wie er spielt, bleibt jedem selbst überlassen.“
Da wir gerade über das WPT Prime in Liechtenstein sprechen, wie hat es dir dort gefallen und gearbeitet?
„Schau dich um, das viele Grün. Liechtenstein ist ein wunderschönes Land, auch wenn es etwas teurer ist als gewohnt. Aber das WPT war ein riesiger Erfolg. Der Final Table war sehr spannend, auch wenn keine bekannten Namen dabei waren. Es war ein schönes und gelungenes Event. WPT hat einen europäischen Rekord aufgestellt, und ich freue mich, Teil des Teams und des Erfolgs zu sein.“

Erzähl die frische Geschichte, die du in Liechtenstein erwähnt hast, die ein wenig tragikomisch ist. Teile sie auch mit den anderen.
„Ach, das mit den Hosen. Nun, weil ich das Beste herausholen wollte, wie immer, empfahl mir das Casino, Feuerwerke vom Dach aus zu fotografieren. Da ich schon einiges kenne, lief ich etwa einen Kilometer ins Feld, um das Casino und das Feuerwerk im Blick zu haben. Leider war es feucht, was ich übersehen hatte. Als ich zurückkam, war ich komplett verschmutzt. Zum Glück hatte ich einen Reserveplan, aber in diesem speziellen Fall hatte ich leider keine Ersatzjeans dabei. So musste ich die Jeans zur Not in der Waschmaschine waschen. Und in Liechtenstein ist es bekanntlich ziemlich feucht, sodass die Jeans zwei Tage zum Trocknen brauchten. In der Zwischenzeit musste ich die Hosen tragen, in denen ich normalerweise fliege. Aber am Ende trockneten sie doch noch rechtzeitig, und alles lief gut.“
Also musst du manchmal auch solche Abenteuer für ein gutes Foto erleben.
„Natürlich, manchmal muss man wie MacGyver improvisieren.“
Eine vielleicht etwas speziellere Frage: Welche Technik benutzt du und wie hat sich das im Laufe der Zeit verändert?
„Ich begann Turniere mit einem der ersten Spiegelreflexkameras von Olympus zu fotografieren, die damals wirklich teuer war. Später wechselte ich zu Nikon, und damit bin ich bis heute zufrieden.“

Wen aus dem tschechischen und slowakischen Poker schätzt du am meisten?
„Das kann ich dir genau sagen. Es ist jemand, der etwas auf der grünen Wiese aufgebaut hat, der sich um tschechisches Online-Poker kümmert und fair zu den Spielern ist. Er hat meinen Respekt. Es ist Leon Tsoukernik.“
Hast du überhaupt Zeit für ein Hobby neben dieser Arbeit?
„Ich habe immer Messer gemocht und wollte lernen, wie man sie richtig schleift. Während Covid, als ich auf die Kinder aufpasste, probierte ich aus, mein erstes Messer zu schmieden. Es war aus Damaststahl und ich fand schnell Gefallen daran. Es ist schön, etwas zu hinterlassen, was bleibt. Einige habe ich verschenkt, aber ich mache das nicht für Geld, sondern aus Freude. Beim Angeln kann ich meine selbstgemachten Messer gut gebrauchen. Manchmal, wenn ich Zeit finde, gehe ich auch angeln. Auf den Bahamas habe ich einmal mit einem argentinischen Fotografen Fische vom Ufer gefangen. Das war unglaublich. Wir haben große Rochen springen sehen. Solche Momente vergisst man nicht.“

Das ist großartig, dass du dir dafür Zeit nimmst. Spieler gehen an die Tische, um andere „Fische“ zu fangen, und du gehst mit der Angelrute los.
„Genau. Auch sonst fahre ich gerne, manchmal nicht ganz langsam, aber aus gewissen Gründen möchte ich nicht verraten, wie schnell. Ich bin viel gefahren. Das letzte Mal in Rozvadov, als einer meiner Freunde, Emil (Emil Bise), mit seinem Lamborghini ankam. Er wollte, dass ich es fahre. Erst wollte ich nicht, aber als ich sah, was für ein neues Modell er hatte, fuhr ich doch. Es war ein unglaubliches Erlebnis. Auf der Rückfahrt zeigte Emil mir, was das Auto bei Vollgas kann. Ich brauchte drei Stunden, um mich zu erholen. Dieses Lamborghini hatte selbst für mich ein unglaubliches Beschleunigungsvermögen. Ich habe noch einen Traum: einmal über 300 km/h zu fahren, mir fehlen noch 10 km/h, also drück die Daumen.“
Wie lange siehst du dich noch in diesem Job in der Zukunft?
„Solange es mir Spaß macht und ich den Leuten mit meiner Arbeit Freude bereiten kann, bin ich zufrieden. Wenn ich irgendwann nicht mehr kann, höre ich auf und gehe in Rente.“
Möchtest du zum Schluss noch etwas hinzufügen?
„Allen, die es bis hierher gelesen haben, möchte ich einen Rat geben: Seid positiv und der Erfolg wird kommen. Auch wenn ein Downswing kommt, er endet irgendwann, und dann kommt der Upswing. Ich möchte auch sagen, dass ich begeistert war, den Final Table von euch (Spadepoker-Crew) in Liechtenstein zu sehen. Ich freue mich über euren Erfolg und werde euch immer unterstützen. Schließlich sind wir Landsleute, 'Tschechoslowaken', und darauf bin ich stolz.“









