David Singleton ist keine typische Poker-Geschichte von einem schnellen Aufstieg und großen Titeln. Es ist die Geschichte eines Mannes, dem das Leben einen Weg nahm und ihn zwang, einen anderen zu finden. Nach einem schweren Autounfall wurde er von einem Tag auf den anderen Paraplegiker und musste lernen, in einer Welt zu funktionieren, die darauf nicht vorbereitet war. Poker wurde für ihn kein Rückzugort, sondern ein Werkzeug, um wieder Kontrolle über sein eigenes Leben zu erlangen.
Vor dem Unfall war Singleton ein actionreicher Typ, der Adrenalin und Sport liebte. Skateboarding, Snowboarding, schnelle Fahrten – Gefahr war ein natürlicher Bestandteil seiner Identität. Nach dem Unfall nahm das Risiko jedoch eine ganz andere Form an. Es ging nicht mehr um Adrenalin, sondern um Entscheidungen mit langfristigen Konsequenzen. Poker bot ihm genau das, was er brauchte – ein Spiel, in dem er konkurrieren, nachdenken und wachsen konnte, ohne physische Grenzen.
Sein Verhältnis zu Poker war über viele Jahre zyklisch. Er begann zu spielen, verlor seine Bankroll, fing von vorne an, kehrte zurück und so weiter. Nicht weil er schnelles Geld wollte, sondern weil ihn das Spiel immer wieder anzog. Erst als ihm klar wurde, dass er ein System, Disziplin und Prozesse brauchte, entschied er sich, Poker ernst zu nehmen. Die Online-Umgebung ermöglichte es ihm, von zu Hause aus zu arbeiten und gleichzeitig gesund zu bleiben – etwas, das ein klassischer Job nicht erlaubte.

In dieser Episode von Chasing Poker Greatness verwandelt sich seine Geschichte vom Überlebenskampf in den Kampf um Fortschritt. David begann mit den niedrigsten Einsätzen, lernte die Grundlagen, arbeitete an Gedächtnis, Studium und Selbstdisziplin. Die Ergebnisse kamen jedoch nicht schnell und der Graph ging nicht immer steil nach oben. Es gab Phasen der Stagnation, Rückfälle zu niedrigeren Limits und Momente des Zweifels. Doch im Vergleich zu seinem Anfang war der Fortschritt unübersehbar.
Singletons Mindset basiert nicht auf kurzfristigen Zielen. Er spricht nicht von einem guten Monat oder „Heatern“. Er spricht davon, was es bedeutet, durchzuhalten – die Fähigkeit, weiterzumachen, auch wenn die Ergebnisse nicht sofort belohnen. Für ihn ist Erfolg nicht definiert dadurch, ob er heute gewinnt, sondern ob er in einem Jahr zurückblickt und Fortschritt sieht.
Pokern repräsentiert für ihn nicht nur ein Spiel. Es ist ein Weg zur Unabhängigkeit. Die Möglichkeit, seine Umgebung zu wählen, zu reisen, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sein Leben nach eigenen Regeln zu gestalten. Höhere Limits zu crushen bedeutet für ihn nicht Ego oder Status, sondern den Beweis, dass langfristige Arbeit Sinn macht.
Die Geschichte von David Singleton erinnert daran, dass Poker nicht nur um perfekte Graphen oder schnelle Ergebnisse geht. Es geht um Menschen, die sich entschieden haben, nicht aufzugeben, selbst wenn sie allen Grund dazu hätten. Und genau darin liegt seine Stärke – nicht in den Karten, sondern in der Fähigkeit, immer wieder an den Tisch zu kommen und weiterzumachen.
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Quellen – Podcast Chasing Poker Greatness